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Jablonka macht Kurator für 14 Austellungen

Kunsthändler, Galerist und Kurator Rafael Jablonka und seine Gattin Theres haben sich ins Seefelder Plateau verliebt. Sie besitzen das Ferienhaus T. von Thomas Schütte in Mösern. Nunmehr beschlossen sie einen Teil ihrer Kunstsammlung, den sie in der Albertina in Wien zeigen, auch in der „alten Seefelder Feuerwehrhalle“ zu präsentieren. Jablonka agiert ehrenamtlich als Kurator für mindestens 14 Ausstellungen. Die Gemeinde stellt nach Plänen von Architekt Alexander Meissl den Ausstellungsraum her und verpachtet diesen um einen symbolischen Pachtzins.
Die finanzielle Regelung sieht auch vor, dass Jablonka sieben Jahre den Transport der Kunstwerke und deren Versicherung übernimmt. Für den Vertrag brauchte der Seefelder Gemeinderat insgesamt drei Sitzungen: Anfänglich berichteten Kulturausschussobfrau Erna Andergassen und Bgm. Frießer über das Vorhaben. Bei der zweiten Sitzung wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst und der Finanzierungsrahmen von ca. 11.000 Euro festgelegt. Vor zwei Wochen war dann schließlich auch das Galeristenehepaar anwesend, als es um den siebenjährigen Pachtvetrag ging.
Bgm. Werner Frießer berichtete, dass Jablonka in den sieben Jahren unter dem Titel „Kunst in Seefeld (KIS)“ 14 Ausstellungen mit millionenschweren Werken aus seiner Sammlung vorhabe. Die Gemeinde müsse die Materialkosten für die Abtrennung des Raumes, eine Neuverglasung der Türen, die Heizung und die Beleuchtung tragen. Das Land Tirol werde für die Umsetzung des vom Büro Meissl kostenlos ausgearbeiteten Plans 30.000 Euro zur Verfügung stellen. Der Tvb Olympiaregion habe 6.400 Euro jährlich zugesagt, mit denen er den Gästen Ausstellungsbesuche ermöglichen wolle. Auch die Kunstuniversität Innsbruck möchte eingebunden werden.
Die erste Ausstellung mit Werken von Philip Taaffe ist für 25. Juni geplant. Am nächsten Tag findet Cultour von Elisabeth Gürtler im Astoria statt. Zu diesen Veranstaltungen reist auch Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder an. Er hält bei der Ausstellung in der alten Feuerwehrhalle die Eröffnungsrede.
Bis zu diesem Zeitpunkt müssen also die Adaptierungsarbeiten abgeschlossen werden. Auch am Dach gibt es Schäden, die zu beheben sind. GR Sepp Kneisl begrüßte das alles, wollte aber nicht verstehen, warum Bgm. Frießer nicht gleich den wahren Finanzierungsumfang von mehr als 30.000 Euro bekannt gegeben habe: „Obwohl ich Dich darauf aufmerksam gemacht habe, dass man mit 11.000 Euro keine Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung machen kann, hast du über diesen Betrag abstimmen lassen!“ Andergassen stellte klar, dass es sich immer nur um die Materialkosten gehandelt habe: „Der Bauhof führt die Arbeiten aus. Ich habe beim Land die erforderliche Projektbeschreibung mit den Angeboten eingereicht, weil wir natürlich alle Förderungen ausreizen wollten, und das Land hat auch 30.000 Euro zugesagt!“
Jablonka, der den Gemeinderäten die Ausstellungsräume in der Albertina präsentierte und zeigte, was bei den ersten drei Ausstellungen in Seefeld zu sehen sein wird, ergänzte: „Die bestehende Halle ist sehr reizvoll. Der alte Klinkerboden und die Tore müssen unbedingt erhalten werden. Für die Kunstwerke braucht es auch nicht zwingend eine Klimaanlage. Bei kleineren Kunstvereinen ist das ganz normal, dass für die Austellungsdauer nur normal geheizt wird.“
GR Theres Schmid sprach sich gegen eine siebenjährige Bindung an Jablonkas Kunst aus: „Ich stelle mir vor, dass der neue Gemeinderat aus der Feuerwehrhalle ein Vereinshaus mit Ausstellungsräumlichkeiten und Bühne macht. Wir sollten also eine Ausstiegsklausel einbauen!“ Dem entgegnete GR Kneisl: „Ich bin froh, wenn das Gebäude sieben Jahre so bleibt. Es gibt weder Geld noch ein Konzept!“ GR Albert Bloch: „Die Chancen, die durch die Ausstellungen entstehen, sind bei weitem größer als die Bindung von sieben Jahren!“ Jablonka: „Das Programm wird bei vielen auf Unverständnis stoßen. Es gibt aber auch auswärtiges Publikum, das für diese moderne Kunst sehr großes Interesse zeigt und dafür gerne auch mal ein paar Tage Urlaub in Seefeld verbringt. Im übrigen hab‘ ich mit einigen Künstlern gesprochen, ob sie das überhaupt wollen, Kunst am Land zu präsentieren. Sie waren alle von der Idee begeistert!“
Überprüfungsausschussobmann Alexander Schmid setzte sich schließlich für eine Ergänzung im Pachtvertrag ein, der eine Regelung für unvorhergesehene Elementarschäden beinhaltet: „Ein Mietvertrag ist ein starkes Instrument. Wenn also das Haus mit Wasser überflutet oder das Dach abgetragen wird, braucht es eine Regelung, wie man vorgehen muss!“ Mit 14 Pro-Stimmen und einer Enthaltung wurde dieser Zusatzpassus in den Vertrag aufgenommen.

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