Start Allgemein Restart der Musiktage Seefeld 2021

Restart der Musiktage Seefeld 2021

Die Klassikwelt hat sich verändert, doch ihre inneren Werte sind die gleichen geblieben: Schönheit, Wahrheit, Güte. Künstler dürfen sich zurecht als „Berufene“ fühlen und sind dabei stets auf den Feedback-Austausch mit ihrem Publikum angewiesen. Das haben die zurückliegenden, vielfach entbehrungsreichen Monate mehr als deutlich gezeigt.
Nach so langer Zeit des pandemiebedingten Innehaltens können es die internationalen Spitzenmusikerinnen und -musiker kaum mehr erwarten, ihr Können aufs Neue dem sommerlichen Festspielpublikum zu präsentieren. Allen voran Rudens Turku, Gründer und Leiter der seit 14 Jahren bestehenden Musiktage Seefeld. Für den Restart des Festivals – Mitteleuropas neuem Tanglewood – brennt er geradezu.
Der 43-jährige Violinprofessor und rund um den Globus konzertierende Stargeiger weiß genau: Was stimmen muss, ist vor allem der Rahmen. Denn nur „ein harmonisch hoher Geist (…) regt den Sinn zu festlichen Gefühlen“ – stellte schon Friedrich Schiller einst treffend fest. Für die innere Balance aus Erholung und Kunstgenuss ist das sommerliche Seefeld in Tirol mit seiner vielgerühmten Hotellerie und perfekten touristischen Infrastruktur einfach ideal.
Eine einzigartige künstlerische Mischung macht Seefeld zudem zum Solitär in der Festivalszene Österreichs: In Meisterkursen treffen hochkarätige, überall auf der Welt tätige bzw. konzertierende Musikhochschuldozenten auf zukünftige „risingstars“ der Klassikszene und begleiten diese ca. 130 Nachwuchstalente künstlerisch wie persönlich als Mentoren.
Herzstück des Festivals sind freilich die prestigeträchtigen Orchester-, Kammer- und Solokonzerte. Deren Renommee strahlt mittlerweile weit über die Grenzen Tirols hinaus. Inzwischen sind sie nicht nur echte Publikumsmagneten, sondern stellen mit über 1.000 Gästeübernachtungen auch einen ernstzunehmenden Wirtschaftsfaktor für die Olympiaregion dar.
„Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“ (J.W. Goethe)
Gleich an zwei Abenden ermöglichen die Konzerte dieses Jahres eine Wiederbegegnung mit der Erfolgsreihe „Rudens Turku and Friends“. In einer „Night of Classics“ wird der niederländische Bandoneon-Virtuose Carel Kraayenhof, Schüler des argentinischen Tango-Großmeisters Astor Piazzolla, zu erleben sein. Mit seinem Auftritt anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Willem-Alexander und seiner Máxima wurde er 2002 schlagartig bekannt. In der Nieuwe Kerk von Amsterdam durfte er Piazzollas gefühlvolles „Adiós Nonino“ vortragen, das die aus Argentinien stammende spätere Königin zu Tränen rührte.
Aber auch die weiteren Solisten sind vom Feinsten: der Schweizer Pianist Oliver Schnyder, der heute mit vollem Recht zur Weltspitze seiner Zunft zählt; Dominik Wagner, ein junger, aus Wien stammender Kontrabassist, 2017 mit dem Echo Klassik in der Kategorie Nachwuchskünstler ausgezeichnet; sowie Sibylle Mahni (Horn) und Kai Frömbgen (Oboe), die zu den besten ihres Fachs weltweit zählen.
Besonders hingewiesen sei noch auf den Beitrag von Dmytro Choni. Als Gewinner zahlreicher renommierter Klavierwettbewerbe hat sich der 1993 in Kiew Geborene bereits auf internationaler Ebene einen Namen als Konzertpianist gemacht.
Last not least: Auch Cellostar Wen-Sinn Yang, ehemaliger Solocellist des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und seit langem hochangesehener Professor der Münchner Musikhochschule, wird ein neues Rezital nach Seefeld mitbringen.
Schon im vergangenen Jahr hat Rudens Turku eine Rückbesinnung auf die inneren Werte der Musik angemahnt. Zwischenzeitlich wurde seine CD „Jubilee Rudens Turku Festival Ensemble“ zweimal für den Opus Klassik nominiert, die namhafteste Auszeichnung für klassische Musik in Deutschland. Eine echte Bestätigung seines Wunsches, dass – bei aller Entschleunigung oder eher Schnelllebigkeit – „die Seele wieder hinterherkommen muss“.
Richard Eckstein

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