Start Allgemein 38 Stunden im Hochwasser-Dauereinsatz

38 Stunden im Hochwasser-Dauereinsatz

Intensive Regenfälle Mitte Juli hatten der Freiwilligen Feuerwehr Leutasch zahlreiche Einsätze beschert. Bereits am Tag davor hatten die Florianijünger noch mehrere Kontrollfahrten an den gefährdeten Stellen durchgeführt und die Pegelstände mit Argusaugen beobachtete.
In den folgenden Stunden setzte Starkregen ein und führte zum rasanten Anstieg der Leutascher Ache. Sonntagmorgen, um 05:48 Uhr ging die erste Alarmierung ein. Noch vor dem Verlassen des Gerätehauses folgten weitere Meldungen von Bewohnern, die die Hilfe der Feuerwehr benötigten. Somit wurden alle verfügbaren Kräfte mit entsprechender Ausrüstung den unterschiedlichen Einsatzadressen zugewiesen.
Parallel zu den ersten Sicherungs- und Auspumparbeiten folgten weitere Erkundungsfahrten. Als besonders kritische Punkte stellten sich die Weiler Klamm, Gasse, Lehner und Ahrn heraus.
In den letztgenannten Ortsteilen galt es, natürliche Gewässer in ihren Bahnen zu halten und Wohnobjekte zu schützen. Große Gefahr drohte hier zusätzlich vom bereits ausufernden Puitbach. Im letzten Moment konnten hier mit Hilfe eines Traktors ein weiterer Übertritt verhindert und somit zahlreiche Gebäude geschützt werden. Umgehend wurde ein Bagger hinzugezogen, welcher angeschwemmtes Material aus dem Bach entfernte.
Prekär war die Lage auch im Ortsteil Klamm. Der in die Leutascher Ache mündende Salzbach brachte derart viel Wasser mit sich, dass hier bereits die Haupttrinkwasserleitung für die Leutascher Haushalte Beschädigungen aufwies. Um einen Totalverlust der Quellfassungen zu verhindern führten die Einsatzkräfte der Leutascher Wehr Sicherungsarbeiten durch das Einbringen von Bäumen in das Bachbett durch. Selbige Maßnahme setzten weitere Kräfte zeitgleich beim Klammbach um, um auch hier ein Übertreten zum Schutz der Wohngebäude zu verhindern.
Durch Unterstützung mehrerer Bagger zeigten die Arbeiten bald Wirkung. Immense Schwierigkeiten bereitete hingegen das Grundwasser im Ortsteil Klamm. Mehrere Keller wurden geflutet. Mit Pumpen musste der Wasserspiegel gesenkt und das eingedrungene Schadwasser entfernt werden. Parallel dazu mussten Sandsäcke gefüllt, Pumpen organisiert und Trinkwasser bereitgestellt werden.
Mit dem Abklingen der Regenfälle entspannte sich die Situation im Tal gegen Sonntagabend. Bei den vom Grundwasser überfluteten Gebäuden galt es jedoch über Nacht weitere Arbeiten zu verrichten.Während der Dienstablöse galt es dann ein weiteres Gebäude von Schadwasser zu befreien. Letztlich wurde es Montagabend, ehe 38 Stunden nach Eingang des ersten Alarmes der Hochwassereinsatz für beendet gemeldet werden konnte.
Pressesprecher Maximilian Neuner gegenüber der PZ: „Wir möchten uns auf diesem Weg bei der Bevölkerung für die lobenden und motivierenden Worte, bei den privaten Helfern und Unternehmern für ihre Unterstützung, bei der Bäckerei Pichler, dem Wirtseppelerhof und der Metzgerei Klamm 80b für die kostenlose Verpflegung und vor allem bei unserer Mannschaft für ihren selbstlosen, vorbildhaften Einsatz sowie deren Angehörigen für ihr Verständnis bedanken. Ohne einen solchen Zusammenhalt hätte dieser Einsatz weit größere Schaden nach sich gezogen.“

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