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Scharnitzer Eltern setzten Kinderbetreuung durch

Scharnitzer Eltern, angeführt von Claudia Höller, haben sich nicht einfach abwimmeln lassen und können nun einen großen Erfolg verbuchen: Mit Unterstützung der Abteilung Elementarbildung des Landes Tirols gelang es ihnen, in Scharnitz eine Sommerbetreuung für Kindergarten- und Hortkinder bis 17 Uhr durchzusetzen. Nächstes Jahr könnte es eine plateauweite Lösung geben.
„Bereits im Jänner habe ich für meine Tochter um eine Ferienbetreuung (Montag und Dienstag) am Nachmittag angefragt“, so Höller gegenüber der PZ: „Ich bin Mutter von zwei Kindern und arbeite Teilzeit in Innsbruck. Während ein Kind in Innsbruck betreut wird, hab ich für das Mädchen im Sommer keine Betreuung gefunden!“
Ihre ersten Ansprechpartner waren die Kinderfreunde, die AK, innerbetriebliche Kindereinrichtungen und der Bund, aber aufgrund der Pandemie war kein Betreuungsplatz frei. Sie wurde daher nach einem Telefonat mit der Abteilung Elementarbildung an die Gemeinde Scharnitz verwiesen, da diese in erster Linie für ihr Anliegen zuständig sei.
Am 12. Feber erfolgte der erste Anruf bei der Gemeinde: „Man sagte mir, dass eine Ferienbetreuung in der Gemeinde Scharnitz bis 17 Uhr nicht angeboten wird, da kein Bedarf bestehe. Auch mein Einwand, dass die Gemeinde einen Versorgungsauftrag zu erfüllen hat, wurde im Keim erstickt – ‚Wir müssen gar nichts, erst ab fünf Kindern und dieser Bedarf ist nicht gegeben‘, hieß es“, so Höller.
Höller ließ sich nicht so einfach abfertigen und wurde an die Kindergartenleiterin Kathrin Höller (nicht verwandt) verwiesen, die ihr in einem Gespräch am 17. Feber erklärte, dass sie Rücksprache mit Bgm. Isabella Blaha halten muss, da eine solche Anfrage in den letzten Jahren nie gestellt wurde. Ihre schriftliche Bitte an Kathrin Höller, die Bedarfserhebung für die Ferienbetreuung bis 17 Uhr auszuweiten, wurde schlichtweg ignoriert.
Am 12. April kam dann die Auskunft des Kindergartens, nach Rücksprache mit der Orts­chefin sei eine Ferienbetreuung bis 17 Uhr nicht möglich. Claudia Höller rief wieder in der Abteilung Elementarbildung an. Die Gemeinde wurde daraufhin von Theresa Deiser-Giner telefonisch kontaktiert und über ihre Pflichten aufgeklärt.
Nach einem längeren Hick-Hack musste eine neuerliche Bedarfserhebung Ende Juni auf Druck des Landes durchgeführt werden. Einige berufstätige Eltern sprachen sich bei der Befragung für eine Betreuung der Kinder bis 17 Uhr aus. Die Gemeinde Scharnitz wurde vom Land zum Handeln aufgefordert und musste die Ferienbetreuung bis 17 Uhr ausweiten.
Daraufhin wurden mindestens drei Kinder für die Nachmittagsbetreuung angemeldet. Die Kosten für die Ferienbetreuung in Scharnitz (mit Mittagessen 85 Euro pro Woche) sind im Vergleich zu Seefeld (50 Euro) sehr hoch.
Bgm. Blahas Vorschlag, eine gemeinsame Betreuung mit Seefeld anzustreben, scheiterte daran, dass Seefeld bis kurz vor Ferienbeginn erst zusagen hätte können, ob ein Platz für Höllers Tochter frei wäre. Auch eine Tagesmutter in Reith hatte keinen Platz. Jene in Scharnitz hatte davor mangels Kindern das Handtuch geworfen.
Höller: „Ich hatte das Gefühl, alle führen mich an der Nase herum, obwohl ich nichts anderes verlangte, als das, was in bestehenden Gesetzen festgeschrieben ist. Da heißt es zum Beispiel im Tiroler Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz (§ 9), dass Gemeinden ein ganztägiges und ganzjähriges Angebot an Betreuungsplätzen in einem solchen Ausmaß gewährleisten müssen, dass eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist. Ja sogar in der österreichischen Kinderrechtskonvention steht unter Artikel 1, dass bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher und privater Einrichtungen das Wohl der Kinder vorrangig zu behandeln ist.“
Bgm. Isabella Blaha: „Da ich Verständnis für das Anliegen von Frau Höller habe, habe ich mit Seefeld Kontakt aufgenommen, um ihr Kind dort in der Sommerbetreuung unterzubringen. Dies war aus terminlichen Gründen nicht möglich. Das und die Tatsache, dass die Eltern das Angebot unserer Scharnitzer Tagesmutter zu wenig in Anspruch genommen haben, hat zu diesem Angebots­engpass geführt. Wir werden uns aber im kommenden Jahr bemühen, rechtzeitig eine gemeinsame Lösung am Plateau anzustreben. Wenn uns das Land schon derart in die Pflicht nimmt, hoffen wir auf entsprechende Bedarfszuweisungen!“

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