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Mit Zuversicht ins Jahr 2022

Natürlich ist es mir bewusst, dass ich erst seit Juli als Vizebürgermeister die Amtsgeschäfte in Seefeld führe und mir daher ein Rückblick auf das ganze Jahr nicht unbedingt zusteht. Aber ich möchte doch den Versuch wagen, den wohl längsten Lockdown im vorigen Winter miteinzuschließen: Die Beherbergungsbetriebe, die Grenzen, die Behörden und Ämter und somit auch die Gemeinde, waren geschlossen. Sogar das Schwimmbad, die WM-Sportanlagen und die Rosshütte standen vor einem Jahr still.
Da fast alle von uns vom Tourismus leben und keine Gäste in Seefeld waren, haben wir diese schwierige Zeit auch irgendwie genießen können. Es herrschte Ruhe. Man hatte ungewöhnlich viel Zeit für die Familie. Als die Skilifte öffneten, konnten wir selbst einmal das Skifahren genießen wie vermutlich noch nie zuvor…
Dann kamen die ersten zögerlichen Öffnungsschritte. Die Gäste scharrten schon in den Startlöchern, und es folgte ein Sommer wie wir ihn wohl kaum einmal erlebt hatten. Vor allem unsere Nachbarn lieben die Berge, die Weite des Seefelder Hochplateaus, und fühlen sich hier sicherer als in Tourismusorten, die sich meist in engen Bergtälern befinden. Die Gästezahlen ab August waren besser als jene von 2019. Auf einigen Berghütten hatte man das Gefühl, dass wir dem Ansturm fast nicht mehr gewachsen sind.
Dieser Rausch dauerte bis in den Oktober hinein, und es folgte die Ernüchterung über den neuerlichen Lockdown im November. Was uns also bleibt, ist die Hoffnung auf einen erfolgreichen Start in den Winter. Die meisten von uns wären schon mit 50 Prozent des Weihnachtsgeschäfts von Vor-Coronazeiten zufrieden. Alle hoffen, dass es nicht zu einem neuerlichen Lockdown kommt und dass man bald wirksame Mittel findet, dass diese Pandemie ein Ende hat.
In der Gemeinde, im Bauhof, an den Schulen, in den sozialen Einrichtungen und in den Gemeindebetrieben musste während dieses schweren Jahres die Arbeit normal weiter laufen. Es war daher auch nicht leicht, nach dem unerwarteten Rückzug von Bgm. Werner Frießer die Amtsgeschäfte nahtlos fortzuführen. Da der Bund die zugesagten WM-Gelder immer noch nicht bezahlt hat, mussten wir einen Kassasturz machen und nach Lösungen suchen, wie wir die Liquidität der Gemeinde und ihrer Betriebe aufrecht erhalten. Wir mussten einen neuen Vorstand bei den Bergbahnen Rosshütte finden. Richard Schneider ist agil und fleißig und bereitet sich derzeit akribisch auf den schwierigen Winterstart vor. Auch bei den WM-Sportanlagen und beim Schwimmbad sind wird dabei, die Situation zu optimieren und wir sind guter Dinge, dass wir neue Wege für dies Betriebe finden.
Bereits während des Lockdowns startete die Wohnungseigentum die Arbeiten an der Wohnbebauung hinter der WM-Halle. In der Hocheggstraße mussten wir Kanal- und Wasserleitungen erneuern und Asphaltierungsarbeiten durchführen. Bei der Golfakademie wurde das Baulandumlegungsverfahren abgeschlossen. Die Gemeinde verlegte die Infrastruktur für die Versorgung des Gebietes, die ersten Bauwerber begannen mit ihren Häusern. Kurz vor Weihnachten konnten wir auch die Schlägerungsarbeiten hinter dem Camp Alpin durchführen. Dort sollen im Frühjahr die Erschließungsarbeiten starten, damit Seefelder, die sich ein Haus oder Doppelhaus errichten möchten, ebenfalls ihren Wohnbedarf decken können.
Eine große Herausforderung ist für alle Bereiche der Gemeinde der Personalmangel geworden. Insbesondere im Altersheim können wir derzeit nicht alle vorhandenen Pflegebetten füllen, da dies ohne eine ausreichende Besetzung durch Pflegekräfte nicht zulässig ist. Ich appelliere daher an alle, die irgendwie noch die Möglichkeit sehen, eine Arbeit oder zusätzliche Tätigkeit anzunehmen, sich umgehend bei der Gemeinde zu melden. Wir brauchen Personal!
Eine zentrale Stelle im Gemeindesekretariat konnten wir zum Glück mit Melanie Schatz besetzen: Sie hat mit viel Fließ auch daran mitgewirkt, dass wir die Gemeindekommunikation auf neue Beine stellen und dass die neue Gemeindehomepage bereits online ist.
Die Gemeindeangestellten haben auch wesentlichen Anteil daran, dass ich täglich mit großer Freude meinen neuen Arbeitsplatz aufsuche: In allen Bereichen und in allen Betrieben finde ich stets Unterstützung in jeglicher Form vor und muss sagen, dass wir in Seefeld über ein grandioses Mitarbeiterteam verfügen. Ich bedanke mich daher bei allen Mitarbeitern in Bauhof, Schwimmbad, bei den WM-Sportanlagen, im Kindergarten, in Schulen und sozialen Einrichtungen und natürlich im gesamten Gemeindeamt für die geleistete tolle Arbeit. Schade, dass auf Grund der Pandemie heuer wieder keine Weihnachtsfeier stattfinden kann. Ich verspreche schon jetzt, dass wir diese Feier, sobald es die Pandemie zulässt, in Form eines Frühlings- oder Sommerfestes nachholen werden. In diesem Sinne arbeiten wir auch weiter daran, dass es mit unserem weltbekannten Ort auch im Jahr 2022 nach vorne geht. Für uns alle hoffe ich, dass 2022 wieder ein „normales Leben“ möglich sein wird. Ich bedanke mich bei der Bevölkerung und beim gesamten Gemeinderat für das entgegengebrachte Vertrauen und Verständnis und verspreche allen, auch im kommenden Jahr für das Wohl unserer Gemeinde mein Bestes zu geben. Frohe Weihnachten und rutscht‘s guat ummi
Euer Vizebürgermeister
Markus Wackerle

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