Start Allgemein Seefelder Haushaltsplan sieht Finanzloch vor

Seefelder Haushaltsplan sieht Finanzloch vor

Die finanzielle Lage der Gemeinde Seefeld ist nachwievor dramatisch: Durch Corona wurden die Einnahmen des Tourismusortes massiv beschnitten. Da die Gemeinde nach dem Umbau des Olympia-Schwimmbades die Rückzahlungen am Schweizer Frankenkredit ausgesetzt hat, ist der Schuldenberg größer als bei der Wiedereröffnung 2004. Von der Nordischen Ski-WM sind noch Kosten in der Höhe von 8,2 Mio. Euro offen. Die vom Bund zugesagten Finanzmittel wurden immer noch nicht bezahlt. Ein ausgeglichenes Budget ist daher 2022 höchstens ein Wunschtraum.
14,2 Mio. Euro sind die nach Vorgaben des Landes Tirol errechneten Einnahmen der Gemeinde Seefeld im Finanzierungshaushalt für das Jahr 2022. Überprüfungsausschussobmann Alexander Schmid dazu: „Da wir die Lockdown-Pläne der Regierung nicht kennen, ist das höchstens ein Blindflug. Es kann uns passieren, dass wir weitere Einsparungsmaßnahmen setzen müssen.“ Bei den Ausgaben rechnet man mit 14,9 Mio., also mit einem Abgang von mehr als 660.000 Euro. VBgm. Markus Wackerle: „Wir haben heuer keine Budgetposten schön geschrieben, da es ja auch nichts nützt, wenn wir dann wie 2021 ab Juli bei jeder Gemeinderatssitzung über die Abgänge der gemeindeeigenen Betriebe diskutieren müssen. Wir hoffen einfach, dass sich die Lage bessert und wir das Budgetloch verkleinern können. Wir brauchen aber einen Haushaltsplan, damit wir arbeiten können!“ Finanzverwalter Lukas Zorzi ergänzte: „Da kaum einmalige Ausgaben berücksichtigt wurden, wird es generell schwer fallen, das Budget 2022 auszugleichen!“
Die Gemeindesteuern wurden mit ca. 3,4 Prozent indexiert. 3,1 Mio. Euro entfallen auf die Personalkosten, 750.000 auf den laufenden Schuldendienst. Knapp 300.000 Euro kommen ohne WM-Zahlungen des Bundes dazu. 1,3 Mio. Euro machen die Abgänge der Gemeindebetriebe aus. Hier will man langfristig (bis 2025) wieder unter eine Mio. Euro kommen. Sollte es zu einer Rückabwicklung des Grundverkaufs beim Camp Alpin kommen, wären weitere 800.000 Euro fällig.
Schließlich musste sich der Gemeinderat auch mit der Umstellung des Referenzzinssatzes von LIBOR auf SARON beim Schweizer Frankenkredit für das Olympia-Schwimmbad auseinandersetzen. Obwohl Hannes Norz vorrechnete, dass man trotz des Aussetzens der Rückzahlungen bis zum heutigen Tag gegenüber einem Kredit mit vier Prozentzinssatz keinen Nachteil hätte, waren sich alle einig, dass man in Hinblick auf Änderungen am Finanzmarkt mit Experten nach einer Lösung suchen müsse. Sowohl die Umstellung des Referenzzinssatzes als auch des Voranschlags für 2022 wurden einstimmig beschlossen.

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