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Verfahren gegen Frießer eingestellt

Zwei Sachverhaltsdarstellungen bei der Staatsanwaltschaft im Jänner 2021 waren letztlich dafür verantwortlich, dass der damalige Seefelder Bürgermeister Mag. Werner Frießer das Handtuch warf: „Natürlich hatte ich schon seit Ende der zweiten Legislaturperiode den Gedanken, in die Privatwirtschaft zu wechseln. Sonst hätte ich mindestens fünf Perioden bleiben müssen, um als Bürgermeister in Pension gehen zu können“, verrät uns der 50-jährige in seinem schlichten Büro in der Axamer Lizum. „Der Turbo für meinen Rücktritt war aber, wie ich am 29. Mai erstmals den Inhalt der Anzeigen zu lesen bekam. Ich war mir sicher, dass alle Vorwürfe haltlos sind und von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden!“
Erinnern wir uns an die Vorwürfe: VBgm. Markus Wackerle, der der Frießers Liste „Seefeld Bewegen“ den Rücken gekehrt hatte, die meisten Mitglieder der Seefelder Bürgerliste sowie Listenführer Albert Bloch der Liste „Frischer Wind“ hatten Frießer vorgeworfen, den Gemeinderat im Zuge der WM-Vorbereitung nicht ausreichend über Planung und Finanzierung der WM-Bauten informiert zu haben, keinen Beschluss über einen Zwischenfinanzierungskredit in der Höhe von 3 Mio. Euro gefasst zu haben und bei der Verlegung bzw. Neuerrichtung eines Stadels das Tiroler Raumordnungsgesetz missachtet zu haben.
Rasche Einstellung durch Korruptionsstaatsanwaltschaft: Bereits am 26. Juli, also wenige Tage nach der Amtsübergabe von Frießer an VBgm. Wackerle erfolgte die Einstellung des Verfahrens durch die Korruptionsstaatsanwaltschaft. „Es ist dokumentiert, dass im Rahmen von insgesamt 33 monatlichen Jours-fix-Sitzungen zur WM sowohl alle Einladungen als auch die Sitzungsprotokolle für die vom Gemeinderat entsandten Mitglieder, darunter VBgm. Wackerle, GR Schmid und GR Kneisl über alle Vorgänge informiert wurden“, so Frießer. „Der Bauausschuss wurde von Bauamtsleiter Bernd Gatz über die Planungen der WM-Gebäude in Kenntnis gesetzt. Über die WM-Bauten haben ich und die Gemeinderäte gemeinsam die Bevölkerung bei einer Gemeindeversammlung informiert. Mein Vorgehen bei der Kreditvergabe beruhte auf den Zusagen des Landes Tirol und ich war berechtigt, diesen als Geschäftsführer der Beteiligungs- und Infrastruktur GmbH der Gemeinde Seefeld abzuschließen. Dass ich den Gemeinderat rechtzeitig informiert habe, kann ich durch die Sitzungsprotokolle belegen!“
Begründete Einstellung im Bauverfahren: Am 27. 12. stellte nun mehr auch die Staatsanwaltschaft Innsbruck das Ermittlungsverfahren wegen des Stadels nahe des Gschwandtkopfs ein. In der Begründung heißt es, dass die Bauführung an sich konsensfähig war. Das ergibt sich aus dem Umstand, dass das nachträglich über Drängen der Bezirkshauptmannschaft als Gemeindeaufsicht durchgeführte Bewilligungsverfahren positiv abgeschlossen wurde. Auch der Umstand, dass keine Gebühren eingehoben wurden, ist für die Staatsanwaltschaft nachvollziehbar, da es sich weder um eine Wohnstätte noch um eine gewerbliche Liegenschaft handelt.
Frießer, der mittlerweile seit sieben Monaten „mit viel Freude“ als Geschäftsführer in der Lizum arbeitet und sich auf die Bauverhandlungen für die neue Hoadlbahn und das neue Verwaltungsgebäude vorbereitet, zur Verfahrenseinstellung: „Ich versuche möglichst professionell mit dem Thema umzugehen und keine Emotionen hochkommen zu lassen. Ich bin auf alle Fälle sehr erleichtert, dass es nunmehr amtlich ist, dass ich mir als Bürgermeister nichts zu Schulden kommen habe lassen. Natürlich überkommt mich zwischendurch eine kleine Wehmut, aber wenn ich mir alles anschaue, was wir geschafft haben, erfüllt es mich mit Freude und Stolz. Ich genieße das mehr an Freizeit und Privatleben. Die Art und Weise, wie man mit mir umgegangen ist, war verletzend, aber das lasse ich nun hinter mir. Jetzt schau ich nach vorne und freue mich auf die Projekte, die wir in den nächsten Jahren in der Axamer-Lizum umsetzen werden!“

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