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Camp Alpin im Gemeinderat und ORF

620 Leute aus der Region haben eine Petition gegen den Ausbau des Camp Alpin im vergangenen Winter unterzeichnet. Nunmehr steht das Thema am 16. Feber zum dritten Mal auf der Tagesordnung des Seefelder Gemeinderats. Einen Tag später erfolgt die Ausstrahlung des ORF-Am-Schauplatz-Reports „Land der verbauten Berge“, wo der Camp Alpin ebenfalls Thema ist.
Insgesamt umfasst der geplante Ferienpark mehr als 40.000 Quadratmeter Grund, von 6000 Quadratmeter Gemeindewald, der eigens für das Großprojekt gerodet, umgewidmet und den Niederländern für 1,8 Mio. Euro verkauft wird, um Schulden aus der nordischen Ski-WM zu tilgen. Auf zwei Dritteln der Gesamtfläche entsteht ein Komplex aus 20 Lodges und 115 Appartements mit insgesamt 485 Betten. Das restliche Drittel des Areals wird als Campingplatz mit mehr als 100 Stellplätzen genutzt. Betrieben wird das Projekt von der niederländischen Touristik-Kette Landal Green Parks.
Am Mittwoch steht der Camp Alpin wieder auf der Tagesordnung des Seefelder Gemeinderats. Es geht um die Umwidmung Raumordnungs- und Flächenwidmungsplanes, denn die niederländischen Investoren wollen – drei Jahre nach der ersten Einreichung – im April mit dem Bau beginnen. Heftige Kritik an dieser Vorgehensweise übt neben Liste-Fritz-Klubchef Markus Sint auch Bürgermeisterkandidatin („Für unser Seefeld“) Bettina Moncher, im Vorjahr Mitinitiatorin der Petition gegen das Bauvorhaben: „Es ist skandalös, dieses Großprojekt kurz vor der Gemeinderatswahl durchpeitschen zu wollen“, sagt sie: „Wir brauchen einen Campingplatz, aber nicht ein Investorenmodell mit fast 500 Betten. Hier wird Gemeindewald an niederländische Investoren verscherbelt, weil sich die Gemeinde mit der Nordischen Ski-WM finanziell übernommen hat!“
Bürgermeisterkandidat Markus Wackerle (Seefelder Bürgerliste), der seit Juli die Amtsgeschäfte der Gemeinde Seefeld führt und den Kompromiss um den Camp Alpin gemeinsam mit Bauauschuss-Obmann Sepp Kneisl ausgehandelt hat, befürwortet das Projekt, das zuletzt am Einspruch einer Landesabteilung zu scheitern drohte. Inzwischen sei man mit dem Land übereingekommen, am Bach den Gemeindewald zu roden, aber in eine öffentlich zugängliche Parklandschaft zu verwandeln. Interessenkonflikte als Nachbar und Geschäftsführer des dortigen Birkenliftes gäbe er keine, so Wackerle, denn auch früher hatte der Campingplatz täglich bis zu 700 Urlauber beherbergt und auch diese seien am Birkenlift Ski gefahren.
Bleibt also abzuwarten, wie der Gemeinderat am 16. Feber ab 18.30 Uhr entscheidet. Moncher ist jedenfalls überzeugt, dass sich der Ausgang dieser Abstimmung entscheidend auf das Wahlergebnis am 27. Feber auswirken wird: „Auch der Fernsehbericht am 17. Feber um 21:05 Uhr in ORF2 wird noch viele Seefelder zum Umdenken bewegen“, so Moncher abschließend.

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