Start Allgemein Beflügelt Fernpassmaut die Umfahrung Leithen?

Beflügelt Fernpassmaut die Umfahrung Leithen?

Die Route über das Seefelder Plateau zählt neben dem Fernpass bereits jetzt schon zu einer der meistbefahrenen Nord-Süd-Verbindungen in Tirol. An Hauptreisetagen werden an der B 177 Seefelder Straße mehr als 20.000 Fahrten in beide Fahrtrichtungen gezählt. Auf Einladung von Landeshauptmann Anton Mattle wurde über die aktuelle Verkehrssituation, mögliche Auswirkungen des Fernpass-Pakets auf das Seefelder Plateau und potentielle Begleitmaßnahmen beraten. Durch die Einführung einer Maut am Fernpass befürchten die Bürgermeister der Plateaugemeinden Georgios Chrysochoidis (Leutasch), Dominik Hiltpolt (Reith bei Seefeld) und Christian Ihrenberger (Scharnitz), dass die Attraktivität der B 177 Seefelder Straße als Ausweichstrecke steigen wird und das Verkehrsaufkommen auf der Strecke Garmisch-Seefeld-Zirler Berg deutlich zunehmen könnte. Die Bürgermeister sind sich einig, dass Maßnahmen zur Verkehrsentlastung der Bevölkerung grundsätzlich zu begrüßen sind. Die Region und das Land Tirol sind sich einig, dass Verbesserungen in einer Region aber nicht zu Lasten der Bevölkerung anderer Regionen gehen dürfen. Im Falle der Einführung der Bemautung braucht es nach Ansicht der Bürgermeister daher ein Bündel an Begleitmaßnahmen für die Strecke über das Seefelder Plateau, damit es zu keinen merklichen Verkehrsverlagerungen kommen wird.
Bürgermeister Dominik Hiltpolt (Reith bei Seefeld): „Es erscheint nun vordringlich, dass Verlagerungseffekte umfassend untersucht werden und auf diesen Ergebnissen ein Maßnahmenkonzept zum Schutz der Plateaubevölkerung erarbeitet wird. Leithen ist der Ortsteil, der am Plateau am meisten vom Verkehr betroffen ist. Die stetig zunehmenden Fahrbewegungen verschlechtern die Lebens- und Wohnqualität der ansässigen Bevölkerung. Bereits seit einigen Jahren wird gemeinsam mit dem Land Tirol an einem Umfahrungsprojekt gearbeitet. In einer Bürgerversammlung haben sich die überwiegende Mehrheit der betroffenen Bevölkerung für dieses Projekt ausgesprochen. Wichtig ist es, auch unabhängig von einer Bemautung am Fernpass, dieses Vorhaben besonders voranzutreiben und rasch umzusetzen.“
Bürgermeister Georgios Chrysochoidis (Leutasch): „Bereits jetzt kommt es an Hauptreisetagen zu Überlastungen der B 177 Seefelder Straße, an der Umfahrung Scharnitz wird darauf mit Verkehrsdosierungen reagiert. Zudem ist am Grenzübergang Scharnitz – Mittenwald (D) in den Wintermonaten immer wieder mit Sperren aufgrund von Lawinengefahr zu rechnen. In beiden Fällen weicht ein Großteil des Reiseverkehrs auf den Grenzübergang Leutasch – Mittenwald (D) aus. Dieser Grenzübergang ist teilweise nicht im Gegenverkehr befahrbar, wodurch es zu massiven Überlastungen auf der L14 Leutascher Straße im gesamten Ortsgebiet von Leutasch kommt. Bei einer möglichen Bemautung am Fernpass müssen auch entsprechende Maßnahmen in unsere Region geprüft und umgesetzt werden.“
Bürgermeister Christian Ihrenberger (Scharnitz): „Wie bereits von meinem Amtskollegen der Gemeinde Leutasch sowie Reith erwähnt, kommt es bereits jetzt schon an Hauptreisetagen immer wieder zu Überlastungen auf der B 177 Seefelder Straße. Dies ist auch eine der kürzesten Transitrouten Deutschland – Italien. Die Gemeinde Scharnitz hat bereits einen Umfahrungstunnel, bei dem aber bei Überlastung auf Blockabfertigung geschaltet wird und der Verkehr wiederum durch den Ort fließt. Zu Bedenken ist auch der Ortsteil Gießenbach, wo die Bewohner jetzt schon Probleme mit dem hohen Verkehrsaufkommen haben bzgl. Lärmbelastung, beim Auffahren auf die B177, Überqueren der Straße am Weg zum Bahnhof und der meist überhöhten Geschwindigkeit durch den Ortsteil. Bei einer Bemautung am Fernpass müssen auch Maßnahmen in unserer Region geprüft und umgesetzt werden! Wir sind uns zwar einig, dass Maßnahmen zur Verkehrsentlastung grundsätzlich zu begrüßen sind, diese dürfen aber nicht zu Lasten der Bevölkerung anderer Regionen erfolgen.“
Amtsverwalter Thomas Hauser (Seefeld): „Wie bereits von den Bürgermeistern der ebenfalls betroffenen Nachbargemeinden ausgeführt, kommt es bereits jetzt schon an Hauptreisetagen immer wieder zu Überlastungen auf der B 177 Seefelder Straße. An starken An- und Abreisetagen in den Hauptsaisonen entstehen beim Auffahren auf die B177 in Zirl bereits lange Staus und an den Ortsausfahrten von Seefeld muss man lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Bei einer Bemautung der Fernpassstrecke, sollten auch Maßnahmen für das Seefelder Plateau geprüft werden, um weitere Belastungen zu vermeiden.”
Nach einem konstruktiven und offenen Gespräch mit LH Anton Mattle wurden die Anliegen der Gemeinden des Seefelder Plateaus präsentiert. Der Landeshauptmann unterstützt Projekte, die zur Verkehrssicherheit und zur Verbesserung für die Anrainerinnen und Anrainer beitragen. Konkret und als ein erster wesentlicher Schritt wird die Einreichplanung für die Umfahrung Leithen als zentrales Entlastungsprojekt am Seefelder Plateau vorangetrieben, um rasch zu einer Umsetzung zu kommen.

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