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Glück auf: Bergleute beim Ledersprung

Nach mehreren Jahrzehnten fand auf Anregung von Bgm. Dominik Hiltpolt wieder eine Barbara-Feier der Tiroler Bergleute in Reith statt. Der Bergbau prägte in der Region Seefelder Plateau – ähnlich wie heutzutage der Tourismus – über viele Jahrzehnte das soziale und kulturelle Leben der Bevölkerung, da bis zu 200 Bergleute im Karwendelmassiv der Reither Spitze Steinöl abbauten. Bis in die 1980er-Jahre bildete die Ichthyol-Gesellschaft in Reith Mitarbeiter aus und gelobte diese am Barbaratag (4. Dezember) an.
Auch heuer startete das Fest mit einer Hl. Messe Feier mit Pater Markus in der St. Nikolauskirche. Im Anschluss verteilten Barbara Eder und die Reither Bäuerinnen Barbarazweige. Angeführt von den Reither Vereinen bzw. Vereinsabordnungen zogen die Bergleuten aus ganz Tirol in den Gemeindesaal.
Welche Bedeutung diese Feier für die Bergwerkszunft hatte, konnte man an der großen Anzahl von Ehrengästen ermessen: Neben drei Bürgermeistern (Dominik Hiltpolt aus Reith, Markus Wackerle aus Seefeld und Ing. Rudolf Puecher (Brixlegg), waren auch Ministerialrat Ing. Heinz Harrer vom Finanzministerium in Wien sowie zahlreiche Vertreter der Familie Cordes aus Hamburg bei der Feier.
Die Begrüßung der Anwesenden nahm der langjährige Geschäftsführer der Ichthyol-Gesellschaft Reith, Karl Rimml, vor. Dann erklärte Betriebsleiter Martin Obermeir die Bedeutung des Barbaratags für die Bergleute. Im Anschluss nahm MR Harrer die Angelobung jener Bergknappen vor, die heuer die dafür nötigen Kurse erfolgreich bewältigt hatten. Traditionsgemäß wird diese Ehrung mit einem “Ledersprung” zelebriert. Von der Ichthyol-Gesellschaft Reith traten dazu heuer Michael Ecker und Stefan Knapp aus Scharnitz an. Auch Bgm. Hiltpolt und der ehemalige GF Karl Rimml mussten sich diesem Brauch unterziehen, weil sie die Zeremonie ausgerichtet hatten. Und so funktioniert ein „Ledersprung“: Nach ein paar einfachen Fragen muss der anzugelobende Bergarbeiter nach altem Brauch einen Krug Bier austrinken und dann von einem Bierfass aus über das sogenannte “Arschleder” (Hüftschutz der Bergleute) springen.
Das anschließende Fest wurde von der Karwendelhalle mit einem tollen Barbara-Menu versorgt. Der älteste anwesende noch aktive Bergarbeiter Max Hein feierte seinen 67. Geburtstag. Für ihn sangen seine Kameraden ebenso Lieder und Gesänge wie für den Anlass selbst. Mehrere Knappen bildeten dazu eine Gruppe Musiker. Und auch das berühmte “Glück auf” der Bergleute wurde im Laufe des Tages nicht selten strapaziert.

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